Die älteste Mühle des Emslands ist die im Jahre 1709 gebaute Bockwindmühle in Papenburg. Bei diesem Mühlentyp steht das sogenannte Mühlenhaus auf einem einzigen Pfahl, der in einem hölzernen Stützgestell befestigt ist. Auf diesem Bock kann die Mühle mittels eines Balkens in den Wind gedreht werden.
Wer in Deutschlands längster Fehnkolonie unterwegs ist, sollte auch Meyers Mühle einen Besuch abstatten. Der Galerie-Holländer steht auf dem Mühlenplatz zwischen Hauptkanal und Stadtpark. Erbaut ist die Mühle 1888. Heute dient sie als Tourist-Information.
Folgt man der „Hümmlinger Mühlen-Tour“, lassen sich auf 78 Kilometern diese vier Mühlen erfahren:
Ebenfalls eine Mühle des Typs Galerie-Holländer ist die 1545 urkundlich erwähnte Kreutzmanns Mühle in Werlte. Nach Umbauten, Zerstörung und Wiederaufbau werden heute im Inneren der voll funktionsfähigen Mühle historische Geräte des Müllerhandwerks ausgestellt.
Die mit einer Durchfahrt ausgestattete Holländermühle Wippingen ist nach ihrer Renovierung in den 1980er Jahren wieder voll betriebsfähig. Ein Pferdegespann kann einen mit Getreide beladenen Ackerwagen direkt unter den Kornboden fahren, auf dem der Müller die Kornsäcke dann in Empfang nimmt.
Sehenswürdigkeit mit Seltenheitswert: Die Hüvener Mühle südlich von Sögel ist eine der letzten erhaltenen kombinierten Wind- und Wassermühlen in Europa. Ihre Ursprünge reichen bis in das 16. Jahrhundert zurück. Besucher können an ausgewählten Mahl- und Backtagen dem Müller bei der Arbeit über die Schulter schauen und das leckere Mühlenbrot kaufen.
Nur rund zehn Kilometer entfernt liegt die Wassermühle Bruneforth, ein typisch emsländischer Fachwerkbau, der auf Eichenpfählen und emsländischen Findlingen errichtet wurde.
Die 1825 erbaute Mersmühle in Haren bildet das Herzstück des Mühlenmuseums, zu dem auch ein historisches Müller- und Backhaus sowie ein Bauern- und Skulpturengarten gehören. Besucher erfahren im Museum Wissenswertes über die Geschichte des Getreideanbaus von der Jungsteinzeit bis heute sowie über die verschiedenen Mühlentypen.
Diese beiden Mühlen lassen sich bei der 61 Kilometer langen Tagestour „Mühlen- und Korn-Route“ durch die Samtgemeinde Lengerich erradeln:
Eingebettet in eine idyllische Wald- und Teichanlage liegt in Lengerich Ramings Mühle. Der älteste Teil der oberschlächtigen Wassermühle stammt aus dem Jahr 1550. Zwischen Mai und September findet im angrenzenden Backhaus an jedem 1. Sonntag ein öffentlicher Backtag statt.
Quasi nur einen Mühlenschlag entfernt steht seit mehr als 200 Jahren die Hesemannsche Wassermühle am rauschenden Hestruper Mühlenbach. Heute klappert sie allerdings nur noch selten – obwohl sie es jederzeit könnte, denn das technische Denkmal wurde im Jahr 2021 wieder „fit“ gemacht.
Am Pfingstmontag (9. Juni) findet übrigens der Deutsche Mühlentag statt. Bundesweit öffnen rund 650 historische Mühlen ihre Türen. Im Emsland gewähren viele der überwiegend ehrenamtlich engagierten Mühlenbetreiber einen Einblick in das Kulturgut Mühle und das alte Müllerhandwerk.
